Wir sitzen in Kanada auf der Terrasse und warten. Marco wird uns bald abholen und zum Flughafen bringen. 15 Stunden Flug nach Delhi.
Ich versuche mir gerade vorzustellen, was an einem Tag 15 Stunden lang so passiert:
– Arbeit … nee nicht so lang
– Schlafen … auch deutlich weniger
– Sightseeing … auch nicht
Echt keine Idee. Wie kriegen wir wohl die Zeit rum. Kinoprogramm ist vielversprechend.
Das Einchecken läuft entspannt. Nur kurze Wartezeiten. Wir trinken ein letztes Bier um die Zeit bis zum Boarding zu verkürzen. Es ist immer wieder entspannend irgendwo zu sitzen und die vielen unterschiedlichen Menschen zu beobachten.
Wir starten um 20:45h mit über einer Stunde Verspätung. Das Kinoprogramm ist auch gekürzt, „Horizon“ und „Bikers“ sind nicht mit im Programm. Da bin ich schon ein wenig enttäuscht. Der Flieger ist voll besetzt, indische Familien mit kleine Kindern. Es wird unruhig. Aber die kleinen sind dann auch bald eingeschlafen. Die Zeit geht besser vorbei als gedacht. Der aktuellen politischen Situation geschuldet nimmt das Flugzeug noch einen Umweg und vermeidet russischen, ukrainischen und iranischen Luftraum.

Flughafen Delhi.
Wir kommen mit Verspätung an und gewöhnen uns erst einmal Gelassenheit an. Denn so schnell geht das hier nicht durch die Kontrollen. Zuerst unterwegs biometrische Erfassung un d scannen des Reisepasses – die Pässe samt Daten haben wir schon beim eVisum nach Indien geschickt. Dann zum Schalter. lange Warteschlangen an den Schaltern. Bei unserem Schalter macht dann auch noch einer der zwei Beamten Feierabend. Na hoffentlich klappt das noch mit dem Fahrer der schon seit einiger Zeit draußen wartet. Endlich sind wir dran. Da fehlt noch ein kleines Formular. Liegt dahinten aus, bitte noch ausfüllen und dann an der Schlage vorbei nochmal wiederkommen. Ok, auf dem Formular wird mal wieder nichts anderes ausgefüllt als schon beim Visaantrag, aber egal. dann nochmal biometrische Erfassung, war das vorhin umsonst? Bloss nicht fragen, grinsen und weiter. Das Gepäckband läuft, noch keine Reisetaschen da, Geld tauschen. Da kommt Lisa mit ihrer Tasche, das Entladen ist fertig, meine Tasche nicht da. Dann nach langem suchen finden wir sie am Rand. Geht doch. Draußen steht tatsächlich noch unser Fahrer und es geht zum Hotel nach Paharganj, Krishna Market.
Wir checken ein, Klimaanlage läuft, draußen sind es immer noch feuchte 29 Grad. Aber auch wenn wir das Fenster öffnen wollten wäre dies nicht zu empfehlen. Unter uns haben sich Kühe und ein paar Menschen zu Nachruhen nebst ihren Hinterlassenschaften zur Ruhe begeben. Das Bett ist super.

Was sind die ersten Eindrücke? Schlafende Menschen nachts auf den Gehwegen und an den Ecken, bettelnde Menschen, auch kleinste Kinder, ständiges Angequatsche von Schleppern. Müll, Dreck, Elend.
Wir machen uns auf den Weg um die Umgebung zu erkunden. Warnungen vor Taschendieben und Schleppern. Und tatsächlich ist es schon ein wenig nervig. Aber vielleicht ist das auch dem Flug geschuldet. Uns empfängt eine Welt voller Eindrücke, leckerer Geschmäcker und Lebendigkeit.

Am nächsten Morgen buchen wir uns für die nächsten zwei Wochen einen Fahrer. Eine für uns weise Entscheidung. Kein Gefeilsche und Gezerre auf der Straße. Stattdessen entspanntes Fahren durch das Chaos in Delhi und einen Ortskundigen, der uns als erstes zum India Gate bringt. Hier heisst er uns symbolisch willkommen in Indien und wir starten tatsächlich ein zweites Mal in unseren Indientrip.

Wir fahren in den nächsten zwei Tagen sp einige Sehenswürdigkeiten ab und lassen die ein oder andere zugunsten einer Pause und leckerem Essens ausfallen. Wir fangen so ganz langsam an Indien von den angenehmen Seiten kennenzulernen. Wir werden an Tempeln oder Sehenswürdigkeiten von indischen Touristen zum Selfie gebeten, wir fahren staunend und gleichzeitig voller Neugierde durch die Stadtteile, durch Regierungsviertel und Elend in Old Delhi.

Unser zweiter Tag durch Delhi. Widersprüche und Gegensätze. Orte der Ruhe und Orte des Chaos. Orte voller Gedränge und Orte voller Weite. Wir besuchen Hunayams Mausoleum oder besser die Mausoleen. Wunderbare Gebäude in ein Parklandschaft. Ein islamisches Welterbe voller Ruhe und Gelassenheit. Geschichten weben sich auf Tafeln durch die Anlage und laden zum Träumen und Schauen ein. Hier wird auch der kulturelle Clash dieses Landes deutlich. Ein bewahrenswertes Kulturdenkmal islamischer Tradition gerademal mit dem Notdüftigsten am Leben gehalten. Nur wenige Kilometer entfernt Akshardham, ein hinduistischer Übertempel neuester Bauart der die Hamonie und der Göttlichkeit huldigt, erschaffen mit Millionen freiwilliger Arbeitsstunden. Auch dies ein Wunderwerk. Trotzdem ist der Gegensatz befremdlich.


Dann endlich raus aus Delhi. Die Stadt nagt an den Nerven. Noch sind wir noch nicht soweit, uns entspannt zu bewegen, obwohl es von Tag zu Tag besser wird.

Unsere erste Etappe geht nach Agra. Taj Mahal ist angesagt. Es erwarten uns wie schon am Akshadham Menschenmassen. Nur ist es diesmal noch eine Portion mehr. Glücklicherweise lassen wir uns von einem Guide überreden, für 5 Euro bei Gefallen seine Dienste in Anspruch zu nehmen. Das macht sich schon beim Ticketkauf und den Einlasskontrollen bemerkbar. Alles in Allem überwältigend und wieder in praller Mittagshitze.

Dazu natürlich Hotel mit Blick aufs Taj Mahal.
Und noch ein wenig Süsses…


Am.nächsten Morgen geht es für zwei Tage nach Jaipur. Wir sind fast sechs Stunden unterwegs, gönnen uns aber auch die eine oder andere kleine Pause. Gern mit einem Masala Çai.


Rajastan
Fast zwei Wochen Rundreise durch Rajastan liegen hinter uns. Schon sehr schnell müssen wir lernen, dass für eine Distanz von 200km schnell mal 5 Stunden vergehen. Die Straßen sind dank Mr Modi oftmals vier- bis sechsspurig ausgebaut, dafür tummelt sich aber auch Alles auf diesen National Highways. Kühe grasen auf dem Mittelstreifen und nehmen auch mal ein Nickerchen an diesem, natürlich auf der Fahrbahn. Fuhrwerke jeder Art, Zweiräder mit Mensch und Dingen bepackt. Glücklicherweise gibt es ein Speedlimit, welches aber dann wieder von dicken SUVs der neuen Reichen missachtet wird. Der Blick muss stets nach alles Seiten gerichtet sein, eben auch nach hinten. In die Straße oder eben auch den Highway eingebogen wird langsam aber stetig bis entweder eine kurze Lücke den Verkehr zum Abbremsen oder ihn sogar zum Stoppen zwingt, oft unverhofft. Trotzdem passiert relativ wenig, aber natürlich haben wir LKW auf der Seite liegen sehen mit zertrümmertem Fahrerhaus. Dies Land ist irgendwie oft nur zu ertragen, wenn man in bestimmten Situationen wegsieht. An einer Mautstelle sitzen wir im parkenden Auto als plötzlich ein Knall und ein Ruck unseren Wagen erschüttert. Ein Traktor hat einen alten Mann erfasst und ihn gegen den vorderen Kotflügel geschleudert. Der Mann liegt am Boden und unserer Fahrer hindert Lisa am Aussteigen. Er schaut selbst nach dem alten Mann. Rund herum geht alles seinen Gang wie gehabt weiter. Der Traktor hat tatsächlich dann noch angehalten und schaut aus der Ferne zu. Erst als ich das Auto verlassen, strömen die Zuschauenden herbei und können den alten Mann wieder auf die Beine heben, woraufhin ein Gezeter zwischen ihm und dem Traktorfahrer beginnt. Die anderen stimmen ein und unser Fahrer gibt Gas.
Trotzdem sitzen wir erst geschockt und dann doch wieder gespannt im Auto und genießen die Fahrt und die vielen Eindrücken. Neben den vielen anderen Verkehrsteilnehmern gibt es da noch die unverhofft auftauchenden Bodenwellen, Teer wellenförmig zur notdürftigen Reparatur auf der Straße hinterlassen und waschbrettartige Bodenwellen zur Geschwindigkeitsregulierung vor Ortschaften oder Kreuzungen. Natürlich gehen diese Nationalen Highways direkt durch die Ortschaften und der Staub bedeckt alles links und rechts. Wo wir wieder beim Thema sind, zu 90 Prozent ist es hier irgendwie dreckig.

Wir erreichen unser erstes Ziel Jaipur am späten Nachmittag. Hektisches Treiben herrscht in der Stadt. Aber in den nächsten Tagen werden wir anfangen uns in diesem Chaos zurechtzufinden und es trotz Hitze und Krach zu genießen. Zuerst aber kommen wir in einem wirklich schmucken Hotel im Kolonialstil an. Aber der Weg dahin ist wie so oft …

City Palace, Hawa Mahal, Basare rund um den Badi Chaupur sind unser erstes Ziel. Wie so oft im Leben ist die Idee, die man von einem Ort, den man besuchen will hat, dann am Ende ganz anders. Wir sitzen nach steilem Aufstieg durch kleine Shops im dritten Stockwerk auf einer Mini Dachterasse angekommen, natürlich schon seit dem ersten Stock in Begleitung. Hier gibt es also den so oft beschrieben Blick vom „Café“ auf den Palast der Winde. Immerhin tausendmal schöner als der Blick von der Straße. Und natürlich kann man das Treiben und die Busse, die die Touristen zum Fotoshooting absetzen hier super überblicken. Der Preis den wir zahlen sind die Besuche in den Shops auf dem Weg nach unten. Aber auch das kann man genießen, den ein oder anderen uninteressierten Blick, ob sich vielleicht ein Ring oder Armreif günstig erstehen lässt macht den Reiz. Das Plaudern und Handeln, immer mit einer schelmischen Bemerkung von beiden Seiten macht einfach Freude. Später gegen den Widerstand unseres Fahrers noch ins Marktgetümmel.

Als nächste Stationen Amber Fort, Amber, Jal Mahal, Nahargarh. Hier ein paar Impressionen.

Alles in Allem sind es wieder überwältigende Eindrücke von Menschen, Historie, Tempel und Kostbarkeiten aus alter Zeit. Das schönste ist oft, wenn ein Mensch im Tempel oder ein Wachmann sich die Zeit nimmt, uns ein paar Geschichten zu erzählen und uns herumzuführen. Das ist dann immer die paar Rupia Trinkgeld wert.
Es geht weiter nach Pushkar. Hier erwartet uns eine ganz andere Welt. Pushkar ist eine der heiligen Städte in Indien. Rechteckig um einem See angeordnet reiht sich Ghat an Ghat. Dahinter Tempel in dreistelligen Zahl. Ghats sind die Treppen hinab zum Wasser, um dort an das heilige Wasser zum Reinigen oder zum Übergeben von Opfergaben zu gelangen. Alles heiliges Gebiet, immer barfuß zu betreten. Für uns manchmal schwierig herauszufinden, wo die die Grenzen sind. Über eine Brücke, die von Affen teils belagert ist müssen wir barfuß, da sie über heiliges Wasser führt. Es findet sich immer ein freundlicher Mensch, der es uns erklärt. So tauchen wir langsam in den hinduistischen Alltag ein. Wir besuchen den einzigen Brahma Tempel in Indien. Brahma hatte es sich mit seiner Frau verscherzt und darf auf Grund ihres Fluches keinen eigenen Tempel besitzen. Dieser ist also eine seltene Ausnahme und damit auch besonders. Wir lassen uns darauf ein, die hinduistischen Rituale mitzumachen., wohlwollend, dass uns am Ende eine hohe Opferspende an die Brahmanen am Brahma erwartet. Trotzdem lernen wir viel über hinduistische Götter und schließlich beten wir mit dem Brahmanen getrennt Mann und Frau für die jeweiligen Teile unserer Familien und Vorfahren und opfern mit ihm für unser und deren Gesundheit und gutes Karma.
Pushkar ist darüber hinaus ein Spot für Traveller und somit gibt es hier Dachterrassencafes und einen nicht ganz so stressigen Basar.

Und abends dann Treffpunkt Sunset point am See.

Auf nach Udaipur
Pushkar hat für uns etwas verändert in unserer Beziehung zu diesem Land. Udaipur macht diese Veränderung vollständig. Wir beginnen immer mehr Land und Leute zu lieben und uns staunend den Eindrücken hinzugeben. Wir kommen wie immer mit gemischten Gefühlen entlang enger Gassen an unserer neuen Bleibe an. Zuerst wieder der erste Eindruck, dass uns hier kein Paradies erwartet. Überraschung, das Hotel hat eine Dachterrasse mit traumhafter Aussicht. Genauso der Blick aus unserem Zimmer und vom Restaurant, welches auch offenen fensterlosen Blick bietet aber dazu auch noch Schatten, was gar nicht so schlecht ist angesichts der herrschenden Temperaturen deutlich über 30 Grad.

Der Anstieg durch die Stadt zum City Palace ist in der Hitze schon ein wenig schweißtreibend. Dafür werden wir mit einem traumhaften Maharadscha Palast belohnt. Rajastan hat hier ein wundervolles Erbe bewahrt und wir gehen staunend durch die engen Gänge des Palastes.


Auch ohne Guide können wir uns durch einzelnen Höfe und Gelächter treiben lassen und genießen die Zeit hier hoch über der Stadt. Viel erinnert noch an Mittelalter, Serails, große Schlachten und englischen Kolonialismus. Hier könnte man noch Stunden stöbern. In Jaipur habe ich alle Informationen über Damast und Schwertschmiedekunst im Palast gefunden, die ich zuvor in Deutschland in einem Buch über dieses gelesen hatte. Wahrscheinlich war der Autor einfach vor Jahren auch schon hier. Und so gibt es an diesen Orten immer wieder Neues und Altes zu entdecken.
Eine Entdeckung ganz anderer Art ist der nur ein paar Meter entfernte Jagdish Tempel, welcher Shiva geweiht ist. Alles Marmor und Mitte des 16. Jahrhunderts errichtet. Es ist einer der wichtigsten Shiva Tempel in Rajastan. Wir betreten ihn über eine steile Marmortreppe. Oben spricht ins ein älterer Herr an und führt uns zu den Stellen an denen zu den jeweiligen Göttern gebetet wird, erklärt viel Symbolik. Das ist wieder so ein Moment, an dem man sich entscheidet einfach mitzugehen. Dankbar nehmen wir seine Worte auf, denn so können wir das was wir sehen viel besser verstehen. Natürlich steht am Ende ein Besuch in einer kleinen Werkstatt auf dem Tempelgelände in der diese filigranen, für diese Gegend typischen Miniaturen entstehen. Der Zeichner sitzt hier im fensterlosen Raum und malt beim künstlichem Licht. Aber diesmal gibt es keine Überredungsversuche etwas zu kaufen und so gehe ich schon fast mit schlechtem Gewissen wieder nach draußen.

Letzte Station auf unserer Reise durch Rajastan ist Jodhpur. Zweitgrößte Stadt im Bundesstaat neben Jaipur. Die Anreise ist wieder einmal voller Eindrücke. Als erstes passieren wir in einer aufstrebenden Stadt den Neubau eines gigantischen Cricketstadions. Dann machen wir einen Halt in Nathdwara an der „statue of belief“. Eine riesige über 80 Meter hohe Shiva Statue, innen hohl und das Ganze in einer Art Freizeitpark. Wir fahren weiter durch trockenes menschenleeres Land, dann durch eine bewaldete Bergregion mit vielen Affengruppen am Straßenrand, machen wie immer unsere Masala Chai Pause. Diesmal gibt es nicht die Wegwerftassen aus Ton, sondern aus einem Eimer mit einem alten Lappen bekommen wir „frisch“ gespülte Tassen aus Porzellan. Wie schon mal gesagt, es ist besser, nicht immer Alles zu sehen. Tee war trotzdem lecker.

Angekommen in Jodhpur liegt unser Hotel wieder einmal außerhalb der eigentlich touristischen Attraktionen. Von Außen macht es einen nicht sehr einladenden Eindruck. Trotzdem entpuppt es sich wieder mal als sauber mit gutem Service und vielleicht sogar dem besten Hotelrestaurant auf unserer Reise. Wie so oft sind wir auf die Fahrdienste von Jagdish angewiesen.
Am nächsten Morgen Programm mit Mehrangar Fort und dem Grabdenkmal Jaswant Thada. Es ist heiss. Aber dieses Fort ist überwältigend. Wir passieren, diesmal mit Audioguide, das Tor. Die ganzen Geschichten um diese über 500 Jahre alte Festungsanlage sind vielfältig und beeindruckend. Witwen die ihren verstorbenen Männern auf den Scheiterhaufen folgen, ein in die Burgmauer freiwillig bei lebendigem Leib eingemauerter Krieger, der damit den Fluch, welcher auf dem Bau lastet, abwendet, Opiumtee, der auch heute noch bei Familienzeremonien gereicht wird, Blicke in die Weite, eine noch nie gesehene Verspieltheit in Steinmetzkunst an einer Festungsanlage. Wie schauen von den Mauern ringsum auf die vielgepriesene blaue Stadt.
Auch hier wieder zahlreiche Innenhof, reich verzierte Zimmer und Säale und diesmal sogar Musik und Tanz auf den Innenhöfen. In unseren Augen der innen und außen beeindruckendste Herrschersitz. In direkter Nachbarschaft liegt das Jaswand Thada, ein ganz aus Marmor gebautes Mausoleum.



Das reicht für einen Tag und somit wird Blue City und Basare auf den nächsten Tag verschoben.
Jagdish entlässt uns am Ghanta Ghar, dem Uhrenturm am Rande des Basarviertels, Wahrzeichen und Treffpunkt, weil leicht zu finden. Wir stöbern durch ein paar Läden, trinken einen Tee beim Kauf von Düften, werden zu Nachbarhändlern weitergeleitet und geraten in einen lautstarken Streit zwischen zwei Brüdern in einen Stoffladen. Alle Angestellten stehen wie versteinert, um die beiden herum scheint Alles für sie vergessen und sie schreien sich an und schreien und schreien. Zeit zu gehen.

Wir nehmen ein Tuk Tuk in die blaue Stadt. Der Fahrer begleitet uns in Gassen in der Hoffnung auf die Rückfahrt. Wir schicken ihn schließlich mit 50 Rupien extra fort. Es gibt hier wunderschöne Wandmalereien, alles in blau und so mancher Bewohner sitzt stolz vor seinem Haus. Aber auch hier ist Alles arm. Müllsammler ziehen durch die engen Gassen, durch noch nicht mal mehr ein Tuk Tuk passt. Schließlich finden wir ein Restaurant und trinken etwas zur Stärkung. Auch auf dem Rückweg zum Uhrenturm nehmen wir ein Tuk Tuk. Wir sind fasziniert mit welcher Geschwindigkeit und Präzision die Fahrer durch die engen Gassen an Fußgängern und Motorrollern, an Hausecken, Vorsprüngen und sonstigen Hindernissen entlang rasen. Spaß pur.
